Einzelhandelsflächen

Allgemeine Entwicklung:

Da man in den nächsten Jahren von einer deutlich steigenden Verkaufsfläche bei stagnierenden oder gar rückläufigen Umsätzen ausgeht, ist der Einzelhandel sehr vorsichtig geworden. Nachgefragt werden tendenziell verkehrsgünstig gelegene Flächen mit möglichst vielen Parkplätzen oder für die jeweilige Handelsform gut geschnittene Verkaufsflächen in Lagen mit hoher Kundenfrequenz. Die Filialisten werden die nächsten Jahre nutzen, um ihr Netz effektiver zu gestalten (= bessere Flächen in besseren Lagen zu eher stagnierenden oder sogar fallenden Preisen).
Dies gilt insbesondere für die Bekleidungsfilialisten. Selbst in guten Lagen werden deutlich niedrigere Mieten bei Mietvertragsverlängerungen oder Neuvermietungen vereinbart. Für die Eigentümer von Geschäftshäusern in Lauflagen brechen schwierige Zeiten an, denn der Großteil der Mieteinnahmen kam aus den Einzelhandelsflächen. Da allerdings die Büromieten deutlich gestiegen sind, können die rückläufigen Mieterlöse aus den Handelsflächen meist durch höhere Erlöse aus der Bürovermietung kompensiert werden.

Die Entwicklung immer neuer Einkaufszentren geht eindeutig zu Lasten der bestehenden Geschäftsstraßen. Selbst wenn ein modernes Einkaufszentrum mitten in einer Geschäftsstraße errichtet wird, profitieren die umliegenden Läden i.d.R. nicht von diesem Magneten, da die Kunden meist innerhalb des Shopping-Center bleiben.

Die Angabe von qm-Mieten ist relativ schwierig, denn markante Ecklagen in Lauflagen werden natürlich ungleich höher bezahlt als angrenzende Flächen in der Seitenstraße. Die (teilweise sehr hohen) Mieten werden natürlich auch nur dann bezahlt, wenn es sich um effektiv geschnittene Verkaufsflächen mit geringem Nebenflächenanteil handelt.

Bei Ladenflächen mit deutlichen Nachteilen (z.B. schlechter Schnitt, hoher Anteil an Nebenflächen, geringe Kundenfrequenz, wenige Parkplätze, veraltete Bausubstanz etc.) erwarten wir auch in den nächsten Jahren weiterhin großen Leerstand und und Mieten, die auf dem Niveau einfacher Lagerflächen liegen.
In den besseren Wohngebieten, wie zum Beispiel in der Kaiser-Wilhelm-Straße in Lankwitz erfolgt im Rahmen der Fluktuation auch eine Neuansiedlung von Geschäften (i.d.R. wohl auf günstigerem Mietniveau), es sind vorsichtige Stabilisierungstendenzen erkennbar. In Gegenden mit geringer Kaufkraft (z.B. Hermannstr., Reinickendorfer Str.) sieht man aber eindeutig lange Leerstände und ein deutlich absinkendes Niveau der betriebenen Geschäfte. In diesen schwierigen Lagen liegt der Leerstand mittlerweile teilweise über 30%!

Ausblick

Auch für die Zukunft erwarten wir nur eine sehr vorsichtige Belebung. Kontinuierliche Nachfrage besteht nach Hallen in verkehrsgünstig gelegenen Gewerbegebieten, die für Einzelhandel oder Lagerabverkauf geeignet sind. Hierfür werden ebenerdige Flächen auf eher niedrigem Mietniveau mit möglichst vielen Parkplätzen an Hauptverkehrsstraßen gesucht.

1a-Lagen sind als Sonderfall zumindest in Teilbereichen von der eher schwachen Marktsituation ausgenommen. Hierzu wird auf den Marktbericht der auf Einzelhandelsflächen spezialisierten Firma Grupe Immobilien verwiesen.