Allgemeine Entwicklung seit 2015

Aufwärtstendenz!
Blasenbildung oder nicht - das ist hier die Frage!

Während sich das Preisniveau für Eigentumswohnungen und Mietshäuser in den vergangenen Jahren sehr stark aufwärts entwickelt hat, blieb die Entwicklung auf dem Markt für Gewerbeimmobilien bis 2015 deutlich verhaltener. Dies lag auch daran, dass Banken bei der Finanzierung von Gewerbeimmobilien deutlicher zurückhaltender waren.
Das seit langem ungewöhnlich niedrige Zinsniveau, verbunden mit einer deutlich höheren Bereitschaft der Banken Gewerbeimmobilien zu finanzieren, hat die Nachfrage wesentlich verbessert. In Teilbereichen, wie zum Beispiel Bürogebäuden in Randlagen und Gewerbegrundstücken, die für Büroneubau geeignet erscheinen, hat es in 2017 verblüffende Preissteigerungen gegeben. 
Viele Firmen - mit Ausnahme von Konzernunternehmen - würden am liebsten jetzt wieder kaufen, finden aber nichts Geeignetes, so das oft gezwungenermaßen auf eine Anmietung ausgewichen wird. Dies gilt insbesondere für das Berliner Stadtgebiet. Im Umland bestehen bessere Investitionsmöglichkeiten, da auch das Angebot an unbebauten Grundstücken viel größer ist. Hier ist die Situation wesentlich anders, da insbesondere ausländische Anleger nur im Berliner Stadtgebiet suchen.

Der Büronachfrage in den Citylagen ist sehr hoch und mittlerweile ist sogar das Angebot in den Gewerbegebieten deutlich geringer geworden: Die jahrelangen Leerstände sind abgebaut worden. Die Preise haben daher - insbesondere innerhalb des S-Bahn-Ringes deutlich angezogen. Der Büromarkt ist jedoch hochgradig volatil - die Situation kann sich auch schnell ändern.
Aufgrund der deutlichen gestiegenen Mietpreise  und der fehlenden Alternativanlagen ist auch die Nachfrage nach Geschäftshäusern zum Kauf stark gestiegen - die gilt auch für bislang problematische Bürogebäude in  Nebenlagen.

Aufgrund der gestiegenen Preise werden Objekte jetzt auch bei den Banken höher bewertet (verbesserter LTV = loan to value) und damit stehen den Eigentümern freie Sicherheiten zum Kauf weiterer Immobilien zur Verfügung. In Verbindung mit den extrem niedrigen Zinsen und den fehlenden Alternativanlagen eindeutig die Voraussetzungen für eine Blasenbildung. Wann und wie die Blase platzt (oder entweicht nur langsam ein bißchen Luft?) können auch wir nicht vorhersagen - aber es wird unerwartet und überraschend kommen!
Wenn man von üblichen Zyklen ausgeht, wird der Büromarkt spätestens Anfang 2019 kippen.